Norddeutsche Meisterschaften
M/W 15 und MJA/WJA
24./25.8.2002
Osterode

Doppelschlag durch Isabella Herzberg im Weit und Dreisprung nach Ladehemmung - 4 Titel für die NORD insgesamt

Gleich nach den großen Ferien waren die norddeutschen Meisterschaften ein willkommener Formtest für uns im Hinblick auf die noch anstehenden Wettkampfaufgaben in dieser Saison.
Die da wären: DM Siebenkampf, DJMM-Finale und Europacup-Finale.
Isabella Herzberg und Jessica Kolotzei testeten sich jeweils in ihren Spezialdisziplinen. Als B-Jugendliche gelang Isy der doppelte Titelgewinn im Weit- und Dreisprung. Zu Tagesbeginn legte Isy allerdings einen klassischen "Fehlstart" in den Wettkampf hin.
Statt ihrer Sprungspikes hatte sie beim Packen der Sporttasche aus Versehen die Sprintspikes eingesteckt. Ist ja auch wirklich verzwickt, das mit der Leichtathletik, soviele Disziplinen, so viele Schuhe, jaja wir machen´s uns aber auch wirklich nicht leicht! Nun war guter Rat teuer, denn mit Sprintspikes ist Weitsprung schwierig und den Belastungstest für die Gelenke im Dreisprung kann man sich schon aus Gründen der Verletzungsvorsorge ganz abschminken.
Das Ganze war besonders ärgerlich, da Isy im Training angedeutet hatte, dass die 5,50m nur noch eine Frage der Zeit sein würden.

Bei einer Anlaufgeschwindigkeit von 12,5s auf 100m und 11,75m pBL im Dreisprung waren die 5,32m im Weitsprung keine reelle Bestleistung. Sollte es heute nun schon wieder nichts werden mit dem weiten Sprung?
Zum Glück hatte ich meine alten Sprungspikes im Auto, weiß der Teufel, was ich mit denen in Osterode wollte, mich heimlich unter das startende Jungvolk mischen jedenfalls bestimmt nicht! Aber die Spikes waren 1,5 Nummern zu goß! Mit etwas Klopapier rasch ein wenig ausgestopft, ja das würde notfalls gehen.
Gesagt, getan, gesprungen... 5,02m ohne Brett, kein Traumstart, aber immerhin...dann im dritten Versuch 5,33m der Sprung auf Platz 3, immernoch das halbe Brett verschenkt...ab da an im Endkampf volles Risiko beim Anlauf, auf Angriff springen, denn "hinten werden die Hennen ja bekanntlich fett "...5,20m mit der Hand im Sand, noch einmal volles Risiko...ungültig, einen halben Fuß zurück... letzter Sprung, haarscharf am Brett...5,55m, neue Bestleistung und 4cm weiter als die bis dahin führende Konkurrentin. Ende gut, alles gut!

Als nächste war Jessica an der Reihe, die einen ordentlichen Wettkampf ablegte und mit 10,06m auf Rang 6 landete.
Danach folgte Isy´s Dreisprung, die Lösung mit den Spikes. Mittlerweile durch die Sonne etwas matschig, wollte es nicht so richtig flupsen beim Dreisprung. Isy zeigte höchstens 2 ½-Sprung und lag mit 11,39m dennoch an zweiter Position erneut in Lauerstellung. Im letzten Durchgang riet ihr das mittlerweile versammelte Trainerkollektiv (Hans-Peter, King Klot und meine Wenigkeit) dann recht eindringlich, sie möge sich doch - auch wenn´s schwerfällt - einfach mal zusammenreißen und die Willensspannkraft in der Luft nicht so schludern lassen. Hop - Step - Jump...11,75m Einstellung der persönlichen LG-Rekord-Bestleistung.
Ein feiner Schachzug, der eine etwas verdatterte Konkurrenz zurück ließ.
Aber wie heißt doch gleich das alte Trainersprichwort: der Wettkampf ist erst zu Ende, wenn alle sechs mal gesprungen sind!
So einfach ist das in der Leichtathletik. Durch Isy´s Erfolge motiviert ließ sich auch Jessica nicht lumpen. In ihrer Spezialdisziplin dem Diskuswerfen schrammte sie mit 37,86m nur hauchdünn an ihrer eigenen LG-Rekord-Bestleitstung vorbei. In einem recht starken Feld wurde sie damit als B-Jugendliche am Ende Fünfte.
Isy´s Titelsammlung wurde abgerundet durch zwei weitere Titel für die NORD.

Marlies 4x100m-Staffel gewann in der Besetzung Anna Michel, Lisa Michel, Alice Nauendorf und Carola Gleixner mit 51,32s genauso den norddeutschen Titel, wie Raphael Gringel (87) im Stabhochsprung der M 15.
Bereits am Samstag hatte Benjamin Müske (84) eine persönliche mit 7,21m aufgestellt, die zum Vizemeister reichten.
Ebenfalls auf dem zweiten Rang landete Nele Lorenz (86) mit überspürungenen 3,20m im Stabhochsprung.
Im Sprint gewann Sebastian Timme (84) den 100m-B-Endlauf in 11,40s.

gez. Jan Keil


Herzlichen Glückwunsch an Euch alle.
gez. Lutz Raschke